Tower
Das tolle am studieren in einer fremden Stadt ist, dass man nichts kennt und alles vorurteilsfrei neu entdecken kann. Auch lernt man so viele neue leute kennen, die einem Neues zeigen, was man von allein nie ausprobiert hätte.
So war ich heute, dank meiner Komilitonin im Tower zur Geburtstagsparty. Es sollte drei Bands, ein Stück Kuchen udn ne Tasse kaffee geben. Den Tower kenn ich jetzt schon von den Poetry Slams und wir mussten feststellen, dass wir da schon mehr gewartet haben, als dass wir Programm genossen haben. Aber heute wurden wir entschädigt.
Da eine Band kurzfristig abgesagt hatte kamen wir in den Genuss ein paar Lieder von Thees Uhlmann zu hören, der eingesprungen war. Was mich sehr freute, da mich die abgesprungene Band auf ihrer MySpace-Seite nicht so hatte überzeugen können. Anschließend haben wir von der Tim-Neuhaus-Band eins auf die Ohren bekommen. Einfach nur Klasse. Ehrlich! Eine Band, die geniale Musik macht, sich aber nicht zu ernst nimmt und sichtlich Spaß hat auf der Bühne. (Es war so geil, wir haben danach gleich die CD’s gekauft
Als letztes kamen Young Rebel Set, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Die bei MySpace mal zu suchen lohnt sich echt auch. Da das aber engländer waren, waren die schon echt ziemlich dicht. Das machte es noch schwieriger sie mit ihrem eh schon starken Akzent zu verstehen. Aber die Musik hat gerockt. Auch wenn die Show nach dem Motto: Ein Lied, eine Flasche Bier, ein Lied, eine Flasche Bier lief, konnten sie noch ohne weiteres ihre Instrumente bedienen, ging um einiges besser als Sprechen! Einziger Makel war ein Moment zwischendurch, als nur der leadsänger auf der Bühne blieb um zwei Solo Stücke zu spielen und er bestimmt 10 minuten brauchte um die richtige Gitarre richtig einzustellen und in denen er mit der Band, die am Tresen neue Getränke bestellte über irgendwie Insider lachte… fand ich etwas respektlos gegenüber dem Publikum, aber die musik ist einfach zu gut gewesen, als dass man ihnen lange hätte böse sein können.
In dem Sinne: danke an den Tower für den geilen Abend und haltet die Augen offen nach solchen Möglichkeiten.
PS: eigentlich hätte ich ja lernen müssen *gähn*
Die Post
In Berlin hat man an jeder Ecke einen Briefkasten, zumindest ist das in meiner Erinnerung so. Da ich in letzter zeit vermehrt Briefe schreibe fällt mir auf, dass ich immer extra in die Stadt rennen muss, um einem Briefkasten über den Weg zu laufen… Gut, dass an der Uni auch einer steht. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich jedesmal, wenn ich vor so einer gelben Säule stehe mich wundere, dass es nur einen Katen gibt in den ich beliebig alles werfen kann. Bremen ist einfach zu klein, um die im “Innland” bleibende Post separat zu sortieren, musste ich feststellen…
Nichtsdestotrotz schreibe ich immer noch gerne Briefe. Es macht Spaß sich wirklich Zeit für den andern zu nehmen und nicht einfach eine Email mal schnell so runterzutippen. also, Ein hoch auf die Schrift!
Musik 30.01. Konzert im Schlachthof
Ich spiele im Uni-Orchester Bremen, welches am 30.01. im Kulturzentrum Schlachthof hier in Bremen von Schostakovich „Den Bolzen“ aufführen wird (es lohnt sich zu kommen).
Heute und gestern hatten wir dafür ein Probenwochenende. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen welche Kraft Musik entfalten kann. Am anfang fand ich die Streicherprobe noch ziemlich unsprktakulär, weil gerade der Bratschenpart doch sehr Pausenreich und daher zähllastig ist, doch als das ganze orchester sich dann zum gemeinsamen Spiel zusammenfand erfasste mich die Wirkung einfach.
Es ist so unbeschreiblich, wie Musik es vermag uns in eine Welt zu ziehen, die unsere Umwelt so wahnsinnig bereichert. Welches Glück wir doch haben, dass wir geschaffen wurden um zu hören. Dass es immer wieder menschen gibt, die es vermögen so großartige Werke zu komponieren, dass man sprachlos zurückgelassen wird und die Gedanken nicht mehr freigegeben werden von den Melodien und Rhythmen. Ich saß mitten in dieser großartiegen Schöpfung heute und habe gedankt für die Möglichkeit, die sich mir bietet mit diesen tollen Leuten diese großartige Musik spielen zu dürfen.
„Thank you for the Music“, mehr kann man dazu eigentlich wirklcih nicht sagen. Sie hat eine Wirkung, die unabhängig ist von kulturellem Hintergrund, sozialem Status oder Alter. Musik betrifft uns alle und daher sollten wir auf sie hören.
Schließt die Augen, Sperrt die Ohren auf, Musik ist überall! Auf der Straße ist das Vorbeirauschen der Autos der Grundschlag, das Rauschen der Blätter das sanfte Streichorchester, die lachenden Kinder der Solopart der Piccollo-Flöte und du bist der Dirigent, der das alles Zusammenfügt. Mehr nicht. ![]()
Weihnachtsmärkte
Inzwischen is Weihnachten ja vorbei, und ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahrm wer hätte gedacht, dass 2010 tatsächlich kommen würde… Aber ich möchte trotzdem noch kurz etwas über Weihnachtsmärkte loswerden. Letztes Jahr habe ich das in Ecuador ja alles ein wenig vermisst. Es war auch schön, aber halt so ganz anders. Als ich dann mit meinen Komilitonen über den Bremer Weihnachtsmarkt gewandelt bin, hörte ich entzückte Rufe. Alles Dorfkinder. “Der is ja so groß!” und ähnliche Kommentare ließen mich in wohlwollendes Gelächter ausbrechen. Ja, so groß, wie… naja, der Ricksdorfer Weihnachtsmarkt in neukölln vielleicht. Wenn überhaupt. Und dann hieß es wieder: “Naja, du bist ja auch in Berlin. Klar, dass der Berliner Weihnachtsmarkt größer is.” Worauf ich dann grinsend zurückfragte: “Welcher?” So große Augen hatte ich lange nicht mehr gesehen
Als ich dann in Berlin war las ich in unserem Weißenseer Lokalblatt eine Auflistung der beliebtesten oder empfehlenswertesten ca. 50 Weihnachtsmärkte Berlins…
Achja, Bremen….
Empfehlen kann ich auch den Weihnachtsmarkt in Leer (sehr putzig) und den in Lübeck! Stralsund schneidet eher schlecht ab. Dass ich den überhaupt gefunden habe XD
Studentenleben
Warum gehen Studenten freiwillig zu einer Werbeveranstaltung eines Sprachreisen-/ Auslandsstudiumsanbieter? Warum hören sie sich 1 ½ Stunden Gequassel auf Spanisch an? 1 ½ Stunden, die am Ende in einem 10 minütigen Film erneut um einiges effektiver Zusammengefasst werden? Ich habe es ausprobiert und am eigenen Leib erfahren.
Weil es eine kostenlose Veranstaltung ist, bei der es am Anfang kleine Geschenktüten mit unter anderem einem T-Shirt drin gibt und am Ende Free Food and Drinks.
Die letzten Minuten der 1 ½ Stunden rücken näher. Die Geräuschkulisse wird zunehmend von Magenknurren bestimmt. Seit zwei tagen habe ich weder gegessen noch getrunken, weil ich weiß, dass es nach dem Vortrag etwas typisch Spanisches geben soll. Schinken, Brot und am Ende auch Gebäck. Aus den Augenwinkeln nehme ich noch wahr, wie sich der Dozent für die Aufmerksamkeit bedankt, doch da stürme ich schon mit den anderen Leuten aus dem Saal zum Buffet. Ich beginne am ersten Stand mit Brot, welches mit Marmelade und Käse belegt ist. Egal. Ich habe Hunger. Ich futtere mich durch mit Paprikapaste und Leberwurst bestrichenen Broten. Ich mag eigentlich ncht so gerne Leberwurst. Egal. Ich habe Hunger. Als ich sehe, dass in der Küche der ganze Kühlschrank bis obenhin mit Bionade gefüllt ist nehme ich mir auch eine. Einige Studenten haben sich schon mit zwei drei Flaschen in der Tasche aus dem Staub gemacht. Ich nicht. Ich halte durch. Unterhalte mich noch mit einem der Werber über die Speisen und Esse weiter Weißbrot mit Schinken bis endlich das Dessert kommt. Kleine Kuchen und Kekse. Eigentlich platz ich schon fast, aber so spar ich mir auch das Essen in den nächsten zwei Tagen und als Student muss man ja sparen wo man kann.
Gesättigt und zufrieden rollen wir nach Hause. Spanien, denke ich. Ja, vielleicht verbringe ich mal etwas Zeit in „Castilla y Leon“ (Schleichwerbung, aber so viel wie ich gegessen habe, kann ich die auch anpreisen). Der Film hat mir wirklich Lust gemacht mal wieder was anderes zu entdecken!
Werder Bremen vs. Hertha/ Union/ Dynamo…
Eigentlich hieß die Partie gestern Werder vs. Hoffenheim und ging 2:0 aus, aber da ich das ja aus Berliner Sicht sehe…
Fußball scheidet seit jeher die Nation. Nicht wie vor 20 Jahren durch eine Mauer in Ost und West, sondern, overflächlich betrachtet, zunächst in 18 Teams. Um tiefer man gräbt, desto mehr und kleinere Fangemeinden wird man entdecken können. Welcher Mannschaft man selbst huldigt ist dabei meistens Geburts- oder Erziehungssache. Die fußballerische Zerrissenheit meiner Familie zwischen Hertha BSC Berlin und Eisern Union zwang mich schon in frühen Jahren zu einer Entscheidung. Dass ich mich aus einer Trotzreaktion heraus für den 1. FC Kaiserslautern entschied ist eine lange Geschichte (eigentlich genau 90 min lang). Damals war ich überzeugt davon, dass eine Mannschaft mit der Unterstützung der Fans steht und fällt und der 1. FCK hat in besagten 90 min zur Freude meines kleinen Bruders ziemlich versagt. Jahrelang verfolgte ich die konstant eher zweifelhaften Leistungen der Lauterer und freute mich wie Bolle über jeden Sieg! Doch sein wir mal ehrlich, eine so entstandene Fanbeziehung kann nicht ewig halten. Da ich mich also nie richtig mit Kaiserslautern identifizieren konnte (wo liegt das eigentlich
) werde ich meine Aufmerksamkeit jetzt Werder Bremen zuwenden (neben den Blackburn Rovers aus der Premier League versteht sich, aber das ist eine ganz andere Geschichte).
Fußball an sich ist meiner Meinung nach der schönste Sport, den es gibt. Um aus dem “Wunder von Bern” zu zitieren: “24 Männer, die einem kleinen Ball hinterher rennen” – “22″! So simpel und do ist es quasi eine internationale Sprache. In aller Welt trifft man Fans der verschiedenen Vereine. Allen voran natürlich: ManUnited, Liverpool, Real Madrid und Bayern München. In erster Linie wahrscheinlich weil sie mit Kohle um sich schmeißen sie Spieler aus aller Welt für sich verpflichten. Das verbindet. Und auch die Internationalen Wettkämpfe sorgen für Unterhaltung und kulturellen Austausch!
Doch wenn ich sagen sollte was das tollste an Fußball ist, so sind es die 90 Minuten, in denen man alles andere vergisst, wo man sich nur auf den Rasen konzentriert. Wo einen keiner für Irre hält weil man literweise Bier und Würstchen trinkt schreit und schimpft und jubelt.
Hello World!
Hallo World Bremen!
Jetzt mal ehrlich, manchmal ist das Leben doch um einiges Überraschender als man erwartet.
Ich gehe aufgeregt auf und ab, während ich in mein Handy spreche. “Ahhh” schreie ich erst voller Überraschung ob einer unglaublichen Neuigkeit, dann zieh ich diesen Ausruf zu einem “Auuuu”, weil ich mir gerade den Fuß an der Treppe gestoßen habe. “Mist”, denke ich. “Danke, und chau”, sage ich. Ich setzt mich einen Moment auf die Treppe. Ich befinde mich gerade in einem kleinen Dörfchen in Mecklenburg-Vorpommern. Den Tag habe ich in Greifswald verbracht, um mir WGs anzuschauen, in die ich zum Studienbeginn einziehen kann. Ja, ich habe mich für den Studiengang “Biologie” an der Uni Greifswald eingeschrieben und habe mich sehr darüber gefreut. Dennoch hocke ich jetzt verzweifelt auf dieser Treppe. Nein, keine WG-Absage, eine Zusage, aber der etwas anderen Art. Eine Zusage für die Uni Bremen, an die ich doch unbedingt wollte um Kulturwissenschaften zu studieren!
Lange Rede, kurzer Sinn! Jetzt sitze ich in Bremen, in einer netten WG in der Neustadt und grüble über meine Entscheidung. Die Orientierungswoche ist gerade zu Ende gegangen und ich richte mich psychisch darauf ein, am Montag meine erste Vorlesung zu besuchen.
Doch nicht nur die Uni mit ihren Abkürzungen und komplizierten Systemen und Labyrinthen aus Gebäuden und Fluren verwirrt mich, sondern auch Bremen und die Bremer, die ich alle sofort liebgewonnen habe.
Über diese Eigentheiten möchte ich in diesem Blog ein wenig berichten. Darüber und über das ganz normale Uni- und Gedankenchaos!